Moderation von Großgruppen

KNOW-HOW

Moderation von Großgruppen

Stehen größere Veränderungen in Ihrem Unternehmen an oder befinden Sie sich bereits mitten in einem Change-Prozess? Geht es darum, Strategien, Pläne und Ideen für bestimmte Ziele und Vorhaben zu entwickeln? Möchten Sie zu einem Thema das Potenzial bzw. Feedbacks Ihrer Mitarbeitenden sammeln? Oder befinden Sie sich in einer Werte- oder Leitbilddiskussion?

Methodenvielfalt

Bei all diesen Fragen und Themenstellungen bieten sich verschiedene Methoden der Grossgruppenmoderation an. Grundsätzlich versteht man unter diesem Begriff eine sozialpsychologische Vorgehensweise und ein planungs- und entscheidungsförderndes Instrument im Rahmen der Organisationsentwicklung. Die bekanntesten Anwendungsmethoden sind das Open Space zur Strukturierung von Konferenzen (entwickelt von Harrison Owen in den frühen 1980er Jahren), die Workshop-Methode des World-Cafés (entwickeltvon den Unternehmensberatern Juanita Brown und David Isaacs), die Zukunftskonferenz von Marvin Weisboard, das RTSC oder die Move-Moderation.

Einsatzzweck einer Großgruppenmoderation

Von einer Großgruppe spricht man gewöhnlich ab einer Größe von 50 bis 100 Teilnehmenden; eine zu moderierende Gruppe kann aber auch durchaus bis zu 2'000 Teilnehmende umfassen. Das Arbeiten mit Großgruppen fördert das Veränderungspotenzial einer Organisation, ermöglicht das gezielte Abrufen von Ideen, Potenzialen, Wissen und Feedbacks, löst ein gemeinsames Handeln aus, unterstützt das Bedürfnis der Mitwirkung und Beteiligung und fördert das Zusammengehörigkeitsgefühl, das gegenseitige Kennenlernen und die Potenzialentfaltung.

  • Definition, Erarbeiten und Überprüfen von Strategien, Leitbilder und Wertekonzepte
  • Begleitung von Change-Prozessen
  • Potenzial- und Ideenförderungen
  • Erarbeiten von Visionen und Zukunftsszenarien
  • Teamentwicklungen
  • Projektmanagement und -führung
  • Kommunikationsförderung und Optimierungsvorhaben
  • Qualitätsmanagement
  • Kriseninterventionen


Die wichtigsten Erfolgsfaktoren

Damit eine Großgruppenmoderation erfolgreich wirken kann, gilt es folgende Aspekte und Gedanken zu beachten:

1 I Eine solide und gründliche Vorbereitung

In erster Linie sollte eine Großgruppenmoderation sehr gut und grundlegend vorbereitet werden. Dazu zählt eine klare und eindeutige Auftragsklärung, die genaue Definition der Zielsetzung und ein strukturiertes Vorgehenskonzept. Nur wenn die Stoßrichtung allen verantwortlichen Beteiligten klar ist und für die Teilnehmenden relevante Themen beleuchtet werden, kann die Methode zu einem wirksamen Ergebnis führen. In dieser ausführlichen Vorbereitungsphase gilt es, frühzeitig alle möglichen Problemkreise und Stolpersteine anzusprechen, die u. U. das Konzept und Vorgehen beeinflussen können. 

2 I Bildung einer Pilotgruppe

Jede Gruppenkonstellation hat ihre eigene Dynamik. Um ein Vorgehen zu gewährleisten, das auch bei den Teilnehmenden auf Interesse und Relevanz stößt, ist es aus unserer Sicht unabdingbar, bereits in der Vorbereitungsphase eine Pilotgruppe oder ein Steuergremium zu bilden und dieses aktiv in die Vorbereitungsarbeiten mit einzubeziehen. Das Gremium sollte dabei mit Personen besetzt sein, welche stellvertretend für die wichtigsten Fragmentierungen der Gruppe stehen.

3 I Die Verantwortung liegt im Team

Analog zu der Arbeit mit kleineren Teams gilt auch für Großgruppen das Leitmotto: Die Lösung und das Wissen liegen im System und in der Gruppe selbst. Die Teilnehmenden bringen sich ein und erarbeiten ihr Ergebnis. Die Moderation leitet lediglich den Prozess an und begleitet die Teilnehmenden in ihrem Wirken. 

4 I Ergebnisoffenheit

Die Lösung liegt im System, dieses Leitmotiv bedeutet im Umkehrschluss, dass die Verantwortlichen wie auch die Moderatoren nicht auf ein gewünschtes – oder persönlich gewünschtes – Ergebnis einwirken oder gar manipulieren sollten. Unter Umständen kann es jedoch sehr hilfreich sein, wenn bereits in der Vorbereitungsphase diverse mögliche Ergebnisszenarien vorbesprochen werden.

5 I Ausreichend viele Moderatoren

Niemals die Größe der Gruppe unterschätzen! Gerade wenn es sich um größere Gruppen handelt, gelten andere Regeln, andere zeitliche Zyklen und andere Verhaltensmuster. Planen Sie für die Leitung, Kommunikation und Moderation einer Großgruppe genügend Moderatoren, genügend Zeit, Pausen und unterstützende Helfer ein.

6 I Präzise Fragestellungen, genaue Kommunikation

Die Kommunikation mit einer größeren Gruppe unterliegt besonderen Bedingungen. So ist es zum Beispiel äußerst aufwändig, einen einmal ausgelösten Prozess zu korrigieren oder umzustellen, weil er u. U. falsch kommuniziert oder falsch verstanden wurde. Hier ist die Moderation und erneut eine gute Vorbereitung gefragt: Wie wirken meine gewählten Worte? Wie stelle ich eine Frage oder Aufgabe möglichst klar und präzise? Welche ergänzenden Informationen muss ich mitgeben? Wie stelle ich eine ausreichende und aktive Rückkopplung mit der Gruppe sicher? 

7 I Der Rahmen muss stimmen!

Schaffen Sie eine förderliche Atmosphäre, in der sich die Teilnehmenden wohlfühlen – vom Eintreffen der Personen bis zum gebührenden Abschluss. Beachten Sie in diesem Zusammenhang auch die räumlichen und akustischen Voraussetzungen in direktem Bezug auf die geplante Gruppengröße und die gewählte Methodik. Definieren Sie darüber hinaus klare Abläufe, Regeln und Strukturen für den gesamten Prozess – und nicht zu vergessen: der kulinarische Aspekt. 

Begriff Facilitation oder Facilitator

Im gleichen Atemzug mit Großgruppenmoderation wird häufig der Begriff Facilitation genannt. Dieser Begriff führt in eine ähnliche Richtung, wobei das Wort «facilitate» so viel bedeutet wie: ermöglichen, fördern, unterstützen. Im weiteren Sinne geht es darum, einen Raum zu schaffen, der es erlaubt, dass Menschen einer Gruppe miteinander reden, sich austauschen, Themen bearbeiten, lernen, kooperieren und wirken können.